Blütenlese

Zufallsfragmente werfen ein irisierendes Licht auf Friedrich Nietzsche. Er blitzt dabei als „Popstar“ auf. Viel Spaß beim Stöbern!

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„'Unser Schreibzeug arbeitet mit an unseren Gedanken', schrieb der fast erblindete Friedrich Nietzsche 1882 in einem Brief an seinen Freund Peter Gast. [...] Wir ärgern uns über das Smartphone als Medium, das perfide an unseren Gedanken mitarbeitet.“

Amlinger, Carolin: „Das Ende des Lesens“ [Podcast], in: Deutschlandfunk. Köln: Deutschlandradio, 09.05.2024 [03:11-04:07 Min.].

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„Wenn wir im Verhältnis zum bestirnten Himmel nicht mehr sind als Nietzsches 'hochmütigste und verlogenste Minute der >Weltgeschichte<', in der 'kluge Tiere das Erkennen erfanden', dann bleibt die kantische Definition menschlicher Personen eine leere Menge. Der Universalismus ist begraben, und was wir dann noch haben, sind kluge Tiere, die nicht frei sind [...].“

Boehm, Omri, zit. in: Boehm, Omri; Kehlmann, Daniel: Der bestirnte Himmel über mir. Ein Gespräch über Kant. Berlin: Propyläen 2024, S. 57.

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„Il faut voir les dates: 1882 – 'Le gai savoir' de Nietzsche. Le personnage dans le livre, qui s'appelle l'insensé [...], dit: 'Dieu est mort!' [...]. Donc, quelque part, qui va porter la dote du sacré dans cette société non-religieuse? Ça va être des cyclistes, qui vont accomplir des actions surnaturelles.

Bordas, Philippe: „Y a-t-il une métaphysique du vélo?“ [Podcast], in: France Culture. La Conversation scientifique. Paris: Radio France, 26.01.2024 [20:17-20:42 Min.].

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„Soweit nämlich auf der Welt gelacht wird, gibt es Freude am Unsinn.“

Nietzsche, Friedrich, zit. in: Cantzen, Rolf: „Komisch – Die Ambivalenz des Lachens“ [Podcast], in: Freistil. Köln: Deutschlandfunk, 12.05.2024 [44:20-44:24 Min.].

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„Jedes Sehen ist perspektivisches Sehen.

Nietzsche, Friedrich, zit. in: Condorcet Bildungsperspektiven [Blog]. Biel: Trägerverein Condorcet-Blog 18.01.2024, Motto.

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„'Die Idee der Schönheit basiert auf enormen Ausschlüssen', hat die feministische Denkerin Camille Paglia [...] gesagt. In ihrer eigenen Darstellung stützt sich Paglia jedoch auf dieselben Gegensätze, die sie zu kritisieren versucht. Sie orientiert sich an Nietzsches berühmter Gegenüberstellung der Figuren des Apollo (der für rationales Denken und Logik steht) und des Dionysos (Wein, Irrationalität, Emotionen) aus der griechischen Mythologie. Paglia prangert die westliche Besessenheit von Nofretete als eine Form des apollinischen Denkens an, das die dionysischen Kräfte der Natur, der Gewalt und der Sexualität unsichtbar macht.

Conrad, Sebastian: Die Königin. Nofretetes globale Karriere. Berlin: Propyläen 2024, S. 129-130.

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Deutsche Post: Sonderstempel Naumburg (Saale) für den 20.04.2024.

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„Die Bücher [über Gandhis Leben und Werk] halfen King, einige der Zweifel zu beseitigen, die ihn seit seiner Nietzsche-Lektüre umgetrieben hatten.“

Eig, Jonathan: Martin Luther King. Ein Leben. München: Deutsche Verlags-Anstalt 2024, S. 112.

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„Tiere leben bereits in dem Zustand 'jenseits vom Gut und Böse', von dem Nietzsche träumte, dass auch Menschen ihn anstreben könnten. Womöglich sind wir dazu verurteilt, ständig über solche Dinge zu streiten.

Graeber, David; Wengrow, David: Anfänge. Eine neue Geschichte der Menschheit. Stuttgart: Klett-Cotta 2024, S. 139.

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Handoko (image creator): „Friedrich Nietzsche“, in: Suhandoko: Inilah Persimpangan Pemikiran antara Ludwig Feuerbach dengan Friedrich Nietzsche. Jakarta: VIVA.co.id., 6. Mai 2024.

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Kouwe, Ad van der: Projekt 1000 Naumburger Fassaden“ (Details). Naumburg (Saale) 2024.

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„Wenn Gulyga und Heine recht haben, dann trifft auf Kant die Behauptung Nietzsches nicht zu, wonach 'jede große Philosophie bisher ... das Selbstbekenntnis ihres Urhebers und eine Art ungewollter und unvermerkter mémoires' war. Nietzsche hätte im Falle von Kant eine Ausnahme machen sollen. Da Kant kein Leben hatte, hätte er auch keine Memoiren schreiben können.“

Kühn, Manfred: Kant. Eine Biographie. München: C.H. Beck 2024, S. 30-31.

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Munch, Edvard: „Friedrich Nietzsche“ [1906, Farblithographie, 61,5 × 46,7 cm]. Oslo: Munchmuseet, in: Munch. Lebenslandschaft [Ausstellung]. Potsdam: Museum Barberini, 18.11.2023-01.04.2024.

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„Die Juden aber haben im modernen Europa an die supremste Form der Geistigkeit gestreift: Diese ist die geniale Buffonerie. Mit Offenbach, mit Heinrich Heine ist die Potenz der europäischen Kultur wirklich überboten.“

Nietzsche, Friedrich, zit. in: „Die Banditen“ von Jacques Offenbach [Werbeplakat]. Frankfurt am Main: Oper, März 2024.

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„Zwar prägte Georg Christoph Lichtenberg den Stildiskurs im 18. Jahrhundert nicht, aber er galt später etlichen Autoren des 19. und frühen 20. Jahrhunderts als Stilideal, von Schopenhauer über Nietzsche bis hin zu Karl Kraus“.

Oschmann, Dirk: „Natürliche Ordnung? Lichtenbergs Sprachreflexionen zwischen 'Nomenklatur' und 'Stil'“, in: Axer, Eva; Hildebrandt, Annika; Wittler, Kathrin (Hg): Schreibarten im Umbruch. Stildiskurse im 18. Jahrhundert. Berlin: Erich Schmidt Verlag 2024, S. 233-244, hier S. 233.

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„Immerhin: Julian scheint den Erwartungen zu entsprechen. Wie alle Huxleys erwirbt er sich eine profunde Bildung in den Wissenschaften, der Philosophie und den Künsten, lernt nicht nur Latein und Griechisch, sondern auch Deutsch, um Goethe, Heine, Kant und Nietzsche im Original lesen zu können.“

Schmidt-Salomon, Michael: Die Evolution des Denken. Das moderne Weltbild – und wem wir es verdanken. München: Piper 2024, S. 283.

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„Wie viel Wahrheit erträgt, wie viel Wahrheit wagt ein Geist?

Nietzsche, Friedrich, zit. in: Schmitt, Peter: Über Wahrheit im außerdigitalen Sinne. Hamburg: Meiner 2024, S. 89.

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„Wir haben in der Kunstgeschichte viele Fälle von Künstlern und Künstlerinnen, die sich auf eine Inspiration berufen, die in dem Sinne mit einer höheren Dimension, mit etwas Außerweltlichem, zu tun hat. Das war für Hilma af Klint [...] praktisch ihre black box, aus der sie geschaffen hat. Und das haben wir auch bei anderen Künstlern: Das ist bei William Blake so, das ist bei Nietzsche so.“

Voss, Julia, zit. in: „Erfinderin der abstrakten Kunst – Eine Schwedin“ [Podcast], in: Norddeutscher Rundfunk Info Hintergrund. Hamburg: NDR, 01.04.2024.

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„[D]a verschiedene Menschen Verschiedenes für wahr, schön oder gut halten, droht die Realität auf diese Weise ganz aus dem Blick zu geraten. Es gibt demnach, wie Nietzsche später behauptete, gar keine objektive Realität, sondern nur eine Vielzahl subjektiver Perspektiven.“

Willaschek, Marcus: Kant. Die Revolution des Denkens. München: C.H. Beck 2024, S. 28.

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„Als Leser Nietzsches ist Benn fest davon überzeugt, dass die Geschichte im Kern keinen Fortschritt, keine Moral, keine Hoffnung kennt. Sie geht mitleidlos über das Schicksal von Millionen hinweg. Das einzige Gesetz, dem sie folgt, ist das Gesetz des Lebens und Überlebens.“

Wittstock, Uwe: Februar 33. Der Winter der Literatur. München: C.H. Beck 2024, S. 187.

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„Denn viele Menschen [...] sind selber Intervalle und Pausen in der Symphonie des wirklichen Lebens.“

Nietzsche, Friedrich Wilhelm, zit. in: Zesewitz, Kirsten: Endlich Pause – Der Sinn von Leerlauf [Podcast]. München: Bayern 2, radioWissen, 01.05.2024 [18:14-18:20 Min.].

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Anonym: „Cartoon“, in: Filosofia sentidopostingkkkkkkkkkkkkkkk – Frases desconhecidas. [Menlo Park]: Facebook, 04.01.2023.

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„God said to Nietzsche:

That'll Tietzsche,

You irritating little Krietzsche.

Anonym: „Graffito“, zit. in: Land, Nick: Okkultes Denken. Berlin: Matthes & Seitz 2023, S. 104.

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Anonym: „Socken“, in: Wochenmarkt. Berlin: Boxhagener Platz, November 2023.

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Anonym: „Street Art“, in: Weimar. Heinrich-Heine-Straße 22, November 2023.

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„'Wir haben die Kunst, deshalb wird uns die Wirklichkeit nicht umbringen', sagt die Nietzsche lesende Bildhauerin Solmaz Lienhard, die von klein auf Gestaltungswillen erkennen ließ, Schlösser mit Schlamm baute. Kunst studierte sie im Iran.“

Baer-Bogenschütz, Dorothee: „Exiliert im eigenen Land – über iranische Künstlerinnen“, in: Kunstzeitung. Berlin: Lindinger + Schmid, April/Mai 2023, S. 3.

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„Hannah und Heinrich haben sich von konventionellen gesellschaftlichen Erwartungen gelöst, und gerade darin besteht ihre Gleichgestimmtheit. Ein reicher Fundus an Literatur und Kulturgeschichte steht ihnen zur Verfügung, und sie nutzen und genießen ihn als Resonanzraum. [...] Sicher erkunden sie nicht nur in Briefen, sondern auch in Gesprächen Goethe, Heine, Nietzsche, Brecht, Kafka und die Kunst Rembrandts und Cézannes.

Bechtolsheim, Barbara von: Hannah Arendt und Heinrich Blücher. Biografie eines Paares. Berlin: Insel Verlag 2023, S. 82.

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„Aber selbstverständlich lasen auch Arbeiter Nietzsche, trieben Sport, wenn auch kaum Tennis, diskutierten die Emanzipation der Frauen.

Bisky, Jens: Berlin. Biographie einer großen Stadt. Berlin: Rowohlt Berlin 2023, S. 348.

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„Die Wüste wächst. Dieser Satz Nietzsches ist aktueller denn je. Er nennt den Preis, den wir für Aufklärung und Modernität zahlen müssen: die Entzauberung der Welt durch Wissenschaft.

Bolz, Norbert: Der alte weiße Mann. Sündenbock der Nation. München: Langen-Müller 2023, S. 168.

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„Von allen schlimmen Folgen aber, die der letzte mit Frankreich geführte Krieg hinter sich dreinzieht, ist vielleicht die schlimmste ein weitverbreiteter, ja allgemeiner Irrtum: der Irrtum der öffentlichen Meinung und aller öffentlich Meinenden, dass auch die deutsche Kultur in jenem Kampfe gesiegt habe und deshalb jetzt mit Kränzen geschmückt werden müsse, ...“

Nietzsche, Friedrich, zit. in: Bremm, Klaus-Jürgen: 70/71. Bismarcks Sieg über Frankreich. Darmstadt: wbg Paperback 2023, S. 272.

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„Der glücklichste Mensch, schreibt der junge Nietzsche, sei am Ende jener, der 'ohne große Schmerzen, körperlich oder geistig', durch das Leben gekommen ist.

Brinkbäumer, Klaus; Shafy, Samiha: Das kluge, lustige, gesunde, ungebremste, glückliche, sehr lange Leben. Die Weisheit der Hundertjährigen. Eine Weltreise. Frankfurt a. M.: FISCHER TaschenBibliothek 2023, S. 380-381.

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„Die Motivation jedes Künstlers ist eigentlich der Narzißmus, vielleicht auch der <Wille zur Macht> (Nietzsche). Für mich ist aber die Motivation weniger interessant als vielmehr das Thema selbst.

Broodthaers, Marcel, zit. in: Kunsthaus Zürich (Hg.): Marcel Broodthaers – Museum. Die Grafikeditionen im Kontext seines 'Musée d’Art Moderne'. Zürich: Scheidegger & Spiess 2023, S. 16.

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„Wahrheit, macht Nietzsche geltend, wird in einem nihilistischen Zeitalter gemeinsam mit allen anderen Werten entwertet.

Brown, Wendy: Nihilistische Zeiten. Denken mit Max Weber. Berlin: Suhrkamp 2023, S. 46-47.

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Brüning, Barbara [et al.] (Hg.): Der Philosophie-Kalender 2024. Unterhaching: Harenberg 2023, Kalenderblatt vom 21. März 2024.

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„Nietzsche urteilte, dass es viele Wahrheiten gebe, von denen jede ein bestimmtes menschliches Bedürfnis zum Ausdruck bringe.“

Burnham, Douglas [u.a.]: Simply Philosophie. München: DK 2023, S. 49.

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„Bereits Friedrich Nietzsche (1878: Abschnitt 57) schreibt in seiner Schrift Menschliches, Allzumenschliches, dass der Mensch imstande ist, 'etwas von sich, einen Gedanken, ein Verlangen, ein Erzeugnis mehr zu lieben, als etwas anderes von sich.['] Insofern ist sein Wesen zerteilt, er ist also nicht Individuum, sondern Dividuum. Der Mensch muss dabei nicht als zerteilt wahrgenommen werden, sondern als notwendigerweise verbunden mit anderen Dividuen. Die Teilung eröffnet die Möglichkeit der Verbindung.

Castro Varela, María do Mar; Oghalai, Bahar: Freund*innenschaft. Dreiklang einer politischen Praxis. Münster: Unrast 2023, S. 26.

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Colás, Jorge Leandro (Regisseur): Los médicos de Nietzsche [Filmplakat]. [S.l.]: Salamanca Cine und VraiVrai, August 2023.

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Educalingo: Mit „Nietzsche verwandte Wörter [online]. URL: <https://educalingo.com/de/dic-de/nietzsche> 14.09.2023 [22:09 Uhr].

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„Dieses besondere Licht, durchsichtig, glühend in den Farben, alle Gegensätze, alle Mitten zwischen Eis und Süden in sich schliessend, zweitausend Meter über allen menschlichen Dingen.“

Nietzsche, Friedrich, zit. in: Engadin Tourismus AG (Hg.): Licht. Engadin Magazin Nr. 9. Baar: Multicolor Print AG 2023, S. 19.

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„Der wohlgeratene Mensch 'erräth Heilmittel gegen Schädigungen, er nützt schlimme Zufälle zu seinem Vortheil aus; was ihn nicht umbringt, macht ihn stärker.'

Nietzsche, Friedrich, zit. in: Flaßpöhler, Svenja: Sensibel. Über moderne Empfindlichkeit und die Grenzen des Zumutbaren. Stuttgart: Klett-Cotta 2023, S. 49.

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„Nietzsche sagte, er greife die Prämissen der Moral an. Hat also die Moral Prämissen? Welche könnten das sein?

Foot, Philippa: Die Natur des Guten. Berlin: Suhrkamp 2023, S. 131.

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„Oft wird die temporale Ordnung der Erzählung gestört. Vor allem passiert dies mit Einschüben, die innerhalb des Geschichtlichen Aktuelles thematisieren und die immer wieder den Eindruck entstehen lassen, als verlaufe die Erzählung rückwärts oder als gehe es darum, um Friedrich Nietzsche zu zitieren, am historischen Prozess 'die Gegenwart zu verstehen und die Zukunft heftiger begehren zu lernen.'“

Georgiadis, Sokratis: „Giedions unvollendetes Projekt – zur Einführung“, in: Giedion, Sigfried: Die Entstehung des heutigen Menschen. Ein unvollendetes Buchprojekt, 1929-1938. Zürich: gta Verlag 2023, S. 9-68, hier S. 38.

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„[I]n einer kurzen Phase seines Denkens äußert sich Nietzsche als Anwalt der Demokratie und wird, gleichsam wider Willen, zum Humanisten, richtet das Ziel der Politik auf die 'Menschheit' aus und spricht wie ein biblischer Apostel vom Frieden. An diese erstaunliche Verwandlung, in der Nietzsche für die Zeit einer Alpenwanderung für die Demokratie votiert, muss man erinnern, um die Dramatik des Kampfes um das Menschenrecht und die Demokratie auch im philosophischen Meinungsstreit zu verdeutlichen.

Gerhardt, Volker: Individuum und Menschheit. Eine Philosophie der Demokratie. München: C.H. Beck 2023, S. 207.

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„Je mehr man die Kompliziertheit, die Unverständlichkeit und sogar Undurchsichtigkeit der menschlichen Motivation betont [...], desto schwieriger wird es mit der Schuldzuschreibung. Hierbei handelt es sich um eine sehr wichtige Beobachtung, würde Nietzsche geltend machen, und sie wirft ex negativo ein starkes Licht auf die Ursprünge, die das moderne Konzept des Selbst hat, einschließlich des angeblich souveränen Selbst des Liberalismus.

Geuss, Raymond: Nicht wie ein Liberaler denken. Berlin: Suhrkamp 2023, S. 134.

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Giovanoli, Samuele: „Nietzsche am Silsersee“, in: abenteuer philosophie. Magazin für praktische Philosophie. Graz: Filosofica 2023, H. 1, S. 46.

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„Auch im Zusammenhang mit der europäischen Philosophiegeschichte wird die Frage, wer als Philosoph:in zu bezeichnen sei und wer nicht, ständig gestellt: War Nietzsche ein Philosoph oder nicht?

Graneß, Anke: Philosophie in Afrika. Herausforderungen einer globalen Philosophiegeschichte. Berlin: Suhrkamp 2023, S. 119.

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„Fast überall wo es Glück gibt, gibt es Freude am Unsinn.“

Nietzsche, Friedrich, zit. in: Groh (Hg.): Für dich hab ich das Glück gepflückt. München: Groh Verlag 2023, S. [17].

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„Der Anti-Ödipus war ein Frontalangriff gegen reduktionistische Versionen sowohl des Freudianismus als auch des Marxismus, eingebettet in eine chaotisch-lustvolle Mischung eigenwillig-origineller Ideen mit Konzepten, die nicht nur von Baruch de Spinoza, Immanuel Kant und Friedrich Nietzsche übernommen wurden, sondern auch von psychoanalytischen Theoretiker:innen wie Wilhelm Reich, Melanie Klein, Frantz Fanon oder Lacan, sowie durchsetzt mit Zitaten und Kommentierungen von Texten literarischer Größen wie D.H. Lawrence, Henry Miller oder Antonin Artaud.“

Herzog, Dagmar: Cold war Freud. Psychoanalyse in einem Zeitalter der Katastrophen. Berlin: Suhrkamp 2023, S. 191.

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„Was gross ist am Menschen, das ist, dass er eine Brücke und kein Zweck ist: was geliebt werden kann am Menschen, das ist, dass er ein Übergang und ein Untergang ist.

Nietzsche, Friedrich, zit. in: Hirn, Lisz: Der überschätzte Mensch. Anthropologie der Verletzlichkeit. Wien: Zsolnay 2023, S. 63.

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„Ein Gärtchen, Feigen, kleiner Käse und dazu drei oder vier Freunde, – das war die Üppigkeit Epikur's.“

Nietzsche, Friedrich, zit. in: Höffe, Otfried: Die hohe Kunst des Verzichts. Kleine Philosophie der Selbstbeschränkung. München: C.H.Beck 2023, S. 104.

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Hünicken Segura, Maximiliano: „Nietzsche, el crucificado“ [Paint-Mouse 2020], in: Hünicken Segura, Maximiliano: La cuestión de la felicidad“ en Nietzsche. Un itinerario desde la mermoria al olvido. Buenos Aires: Editorial Biblos 2023, S. [29].

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„Auf eine Stellungnahme Heideggers zu seinem Engagement während des Nationalsozialismus wurde vergeblich gewartet. Statt sich [...] zu erklären, entwickelte Heidegger nach Kriegsende eine Strategie, die seine Rehabilitierung maßgeblich beförderte. Sie bestand darin, die Legende zu verbreiten, seine Vorlesungen und Vorträge [...] bis 1945 [seien] kritische Auseinandersetzungen mit der Neuzeit gewesen [...] und insbesondere mit Nietzsche, dem Vollender jener subjektzentrierten, technizistischen und machtorientierten Epoche, deren politischer Höhepunkt das NS-Regime gewesen sei.

Kellerer, Sidonie: „Heidegger und der Nationalsozialismus“ [Podcast], in: Deutschlandfunk Nova. [Köln]: Deutschlandradio, 07.04.2023 [09:56-11:00 Min.].

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„Die Zeremonien, die Amts- und Standestrachten, die ernsten Mienen, das feierliche Dreinschauen, die langsame Gangart, die gewundene Rede und alles überhaupt, was Würde heißt[:] das ist die Verstellungsform derer, welche im Grunde furchtsam sind, – sie wollen damit fürchten machen (sich oder das, was sie repräsentieren).“

Nietzsche, Friedrich, zit. in: Knoch, Habbo: Im Namen der Würde. Eine deutsche Geschichte. München: Hanser 2023, S. 27.

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„Die beste Maske, die wir tragen, ist unser eigenes Gesicht.“

Nietzsche, Friedrich, zit. in: Köhler, Andrea: Das Gesicht. Die unwiderstehlichste Sache der Welt. Zürich: Vontobel-Stiftung 2023, S. [2], Motto.

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„Nietzsche analysiert in >Also sprach Zarathustra< die Rede von der Nächstenliebe, die ihren Sinn erst eigentlich erfülle, wenn die Liebe dem Fernsten gelte, sich als >Fernstenliebe< beweise“.

König, Christoph: Kreativität. Lektüren von Rilkes >Duineser Elegien<. Göttingen: Wallstein 2023, S. 54.

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„Die Denker*innen des Afropessimismus werden mit dem Vorwurf belegt, keinen Ausweg aus der Unterdrückung [...] anzubieten. Friedrich Nietzsche begab sich seinerzeit in eine ähnlich bodenlose Position. Nietzsches genealogische Methode begibt sich an die Anfänge der Historie und erkennt ihre Notwendigkeit im Zufall an. Die 'eisernen Hände des Zufalls', denen Nietzsche bei seinen genealogischen Erkundungen begegnet, sprechen dagegen, dass die [...] positive Wendung von Kritik eine theoretische Pflicht ist. [...] Die Auflösung der Gewaltverhältnisse folgt nicht automatisch, wenn sie auf einen historischen Ursprung rückführbar ist.“

Kohpeiß, Henrike: Bürgerliche Kälte. Affekt und koloniale Subjektivität. Frankfurt, New York: Campus 2023, S. 369-370.

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„Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund in dich hinein.

Nietzsche, Friedrich, zit. in: Laszlo, Carl: Ferien am Waldsee. Erinnerungen eines Überlebenden. München: btb 2023, S. 73.

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„Meine Formel für die Grösse am Menschen ist amor fati: dass man Nichts anders haben will, vorwärts nicht, rückwärts nicht, in alle Ewigkeit nicht. Das Nothwendige nicht bloss ertragen, noch weniger verhehlen [...], sondern es lieben“.

Nietzsche, Friedrich, zit. in: Lenoir, Frédéric: Weisheit und wie wir sie finden. Eine philosophische Anleitung zum Glücklichsein. Ditzingen: Reclam 2023, S. 47.

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„Der Spiegel“, Heft 39 (1999), Titelbild, zit. in: Liggieri, Kevin; Tamborini, Marco; Del Fabbro, Olivier: Technikphilosophie. Neue Perspektiven für das 21. Jahrhundert. Darmstadt: wbg Academic 2023, S. [27] [hier in Schwarz-Weiß].

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„Die Gefahr des Weisen liegt darin, dass er sich in die Unvernunft verliebt.

Nietzsche, Friedrich, zit. in: Loidl, Hans: Nietzsche-Land-Art-Projekt. Berlin: Falkenberger Rieselfelder, 15.07.2023, Foto: Olympia Tsakiridou.

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„Wie lassen sich historische Schuldtransformationsprozesse beschreiben: beispielsweise [...] die Plausibilität der These Nietzsches aus der Abhandlung Zur Genealogie der Moral (1887), das Gefühl der Schuld habe seine Wurzeln im 'ältesten und ursprünglichsten Personen-Verhältnis', im Verhältnis nämlich 'zwischen Gläubiger und Schuldner'[?]

Macho, Thomas: „Geben, Vergeben, Vergessen“, in: Hutter, Michael; Priddat, Birger P. (Hg.): Geben, Nehmen, Teilen. Gabenwirtschaft im Horizont der Digitalisierung. Frankfurt, New York: Campus 2023, S. 223-237, hier S. 232.

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„[A]llein der Anblick des Nietzschebuchs macht mir Freude[.]  Ich liebe solche alte [!] Bücher  um sie ist Erlebtes  schon bevor man sie liest.